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#stayathome - Eindrücke aus Brünn


Vor knapp drei Monaten haben wir angestoßen auf das neue Jahr, Pläne gemacht für Urlaube, Konzerte und Co – und dann kam alles anders.

Ich habe aufgehört die Wochen zu zählen, die wir mittlerweile zu Hause verbringen, und versuche stattdessen das Bestmögliche aus meinem persönlichen #stayathome herauszuholen. Meine Leseliste ist lang, aber mal ehrlich, wann hat man wirklich Zeit zu lesen? Gerade während des Semesters, wo man ja den ganzen Tag irgendwie mit dem Lesen von Vorlesungsfolien, Protokollen und Medizinbüchern beschäftigt ist, habe ich abends ehrlicherweise nie den Nerv, noch zu Lesen. Also: Wenn nicht jetzt, wann dann?

Einfacher gesagt als getan. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber meine Zeit rinnt mir durch die Finger. Ich wache relativ früh auf (auch nicht immer...) und fange direkt an zu lernen. Trotz des geregelten Ablaufs ertappe ich mich dabei, dass ich auf die Uhr schaue und mich wundere, wo die Zeit geblieben ist.

Eigentlich sollte man doch in diesem besonderen, komischen Abschnitt, Ruhe und Gelassenheit haben. Für mich gilt das Gegenteil, ich bräuchte zweimal 24 Stunden pro Tag.

Trotz der fehlenden Zeit fühle ich mich gut motiviert für das Studium. Mir fällt es nicht schwer von daheim aus zu lernen. Dennoch vermisse ich die geregelten Unterrichtszeiten, besonders das „Social life“ in der Bibliothek. Ab und zu mal paar Freunde treffen, um sich auszutauschen oder sich im Park auf ein Bier treffen und dabei grillen.

Je mehr ich über diese aktuelle Lage nachdenke, desto mehr vermisse ich das Reisen. Sich bewegen zu dürfen wie man möchte. Natürlich hat die Regierung hier in Brünn, in Tschechien, die Anzahl der Infizierten eingegrenzt, aber dennoch ist es noch lange nicht vorbei. Wir müssen Geduld haben.

In Brno werden langsam die Regeln wieder gelockert. Man kann sich wieder mit mehreren Leuten treffen und die Bars, Pubs und Restaurants haben ihre Stühle und Bänke in einem weiteren Abstand außen aufgebaut. Es tut so gut, wieder raus gehen zu können. Endlich sich wieder mit paar Freunden auf einen Kaffee treffen. Trotzdem bin ich gespannt, wann diese Freiheit zurückgeschraubt wird. Momentan steigen die Zahlen der Infizierten wieder. Lange wird das nicht anhalten.

Die Masaryk Universität hat nun alles auf online umgestellt. Wir haben nun eine verlängerte Examenszeit bis September und können alles über Online Portale lösen. Also egal, wo man sich gerade aufhält, die Examen kann man auf alle Fälle antreten. Wenn man aber in Brno ist oder zurückkommen möchte, wird es einem angeboten, persönlich seine Prüfung anzutreten. Das werde ich auf alle Fälle tun. Ich sitze lieber gegenüber dem Professor, anstatt in meinem Zimmer daheim. Das gibt einem die gewisse Atmosphäre einer Prüfung. Zum anderen hätte ich Angst, dass die Internetverbindung abbricht. Leider ist unser Internet in der WG super schlecht und fällt ab und zu einfach mal aus. Daher werde ich auf alle Fälle in die Uni gehen und dort mein Examen bewältigen.

Die größte Herausforderung ist dennoch, sich nun in die Examenszeit hineinzuversetzen. Alles ist ruhig und man hat keinen Stress. Es fühlt sich anders an als zu dem letzten Jahr. Man muss sich selbst stark zusammenreißen und versuchen sich zu motivieren. Natürlich will man so schnell wie es geht, alles hinter sich bringen, aber Tag ein Tag aus immer im gleichen Zimmer, fällt einem einiges schwerer. Demnächst sollen die Bibliotheken wieder aufmachen, aber dort darf man nur mit Maske sitzen. Da weiß ich nicht so recht, ob ich 8 Stunden lang mit Maske lernen möchte. Ich werde es auf alle Fälle ausprobieren. In ferner Zukunft wird das ja dann eh Alltag für einen werden.

Worüber ich mir in den letzten Wochen auch noch Gedanken gemacht habe ist, wie man am besten sein „Homeoffice“ etabliert. Vielleicht helfen euch ja ein paar Gedankenanstöße.

Zum einen versuche ich den Morgen so zugestalten, wie ich es auch normal tue. Pünktlich aufstehen, frühstücken und sich dann an den Schreibtisch setzen. Versuchen die festen Zeiten einzuhalten. Also nicht zwischendurch Wäsche machen, sondern konzentriert bis zur Mittagspause arbeiten. Mir hat es sehr geholfen, dass wir in der WG eine Zeit festgelegt haben, in der man konzentriert und leise arbeiten kann. Ab und zu trifft man sich dann in der Küche, um eine Pause einzulegen, aber dennoch versucht man die Bibliotheksstimmung zu wahren. Durch einen Lernplan komme ich dann strukturiert durch den Tag und kann am Nachmittag oder Abend noch eine Runde Sport machen. Ab und zu gehe ich auch eine Runde raus und joggen, aber mit Maske habe ich darauf nicht so sehr Lust. Natürlich klappt nicht jeder Tag perfekt, nach zwei oder drei guten Lerntagen, kommen meist auch ein paar Tiefpunkte. Sobald ich merke, dass es nicht mehr funktioniert, versuche ich mich mit etwas schönem aufzuheitern.

Ich hoffe trotz all der Aufruhr um Corona, dass ihr trotzdem etwas zur Ruhe kommt und die Zeit, jeder auf seine Art und Weise genießen kann.

Stay healthy, Clara
Dies ist ein Beitrag von Clara.
Clara studiert in englischer Sprache an der Medizinischen Fakultät der Masaryk Universität in Brünn.

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