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Medizinstudium in Pilsen - mein Fazit nach dem ersten Jahr


Etwa genau vor einem Jahr habe ich nach langer Suche endlich eine Wohnung in Pilsen bekommen. Ich dachte bis dato, das Schwerste sei geschafft, der Studienplatz ist gesichert, die Wohnung gefunden. Es kommt mir vor als wäre es gestern gewesen. Vor lauter Lernen kann man schon mal die Zeit vergessen. Jetzt, ein Jahr später, finde ich in den Semesterferien endlich Zeit zum Relaxen und Zeit, das letzte Jahr Revue passieren zu lassen.

Das Jahr war voller Turbulenzen. Eingelebt in Pilsen habe ich mich relativ schnell und auch schnell Anschluss gefunden, wovor ich am Anfang große Angst hatte, doch da jeder in derselben Situation ist, bilden sich schnell Freundschaften. Die gemeinsamen Träume, die mit viel Auf- und Abs verbunden sind, verbinden auch untereinander. Man muntert sich auf, lernt zusammen, motiviert. Ohne meine Freunde in Pilsen hätte ich vermutlich das ein oder andere Mal nach einer nicht bestandenen Prüfung schon das Handtuch geschmissen. Wenn ich überlege, was ich aus diesem Jahr gelernt habe, ist es vor allem immer wieder aufzustehen und weiterzumachen, egal wie aussichtslos es manchmal aussieht, und entspannter zu werden, wenn mal etwas nicht geklappt hat, denn am Ende klappt es dann meistens früher oder später doch irgendwie. Und ich denke, diese Erkenntnisse sind sehr wichtig, denn man lernt, mit dem Stress umzugehen und vor allem mit Rückschlägen umzugehen.

Ich habe eigentlich das ganze Jahr dafür gebraucht das zu lernen, denn irgendwie ist man es nicht gewohnt, dass man mal durch Prüfungen durchfällt, obwohl man gelernt hat. Oft kam mir im Studium der Gedanke, ich wäre einfach zu dumm für das Studium. In der Schule war ich es gewohnt, nie durch Prüfungen zu fallen, danach machte ich den Rettungssanitäter und bestand auch dort auf Anhieb die Prüfungen, also habe ich es nie gelernt, damit umzugehen durch eine Prüfung durchzufallen. Am Anfang des Studiums ging es auch so weiter, bis dann unser erstes Chemie-Testat kam. Soweit ich mich erinnern konnte haben das 8 von etwa 100 Leuten bestanden. Damit will ich euch keine Angst machen, sondern nur sagen, dass es in diesem Studium normal ist auch mal durchzufallen.

Es kommt nicht darauf an immer alles sofort zu bestehen, sondern immer wie das schöne Sprichwort sagt: "Hinfallen, Aufstehen, Krone richten, weiter gehen". Ich denke man wird darauf auch in gewisser Weise auf das Berufsleben vorbereitet. Es wird nicht immer alles auf Anhieb funktionieren, jede Therapie anschlagen, also darf man nicht aufgeben, sondern man findet einen anderen Weg, eine andere Therapie. Also versucht einen Weg zu finden, euch daran zu gewöhnen, euch nicht entmutigen zu lassen, sondern stattdessen umso härter zu arbeiten, um es das nächste Mal besser zu machen, denn so wird es nach dem Studium vermutlich weiter gehen.

Um ehrlich zu sein, gab es auch die ein oder andere Prüfung in der ich es als nicht gerecht empfand durchgefallen zu sein, doch auch damit muss man lernen umzugehen, denn dafür habe ich dann auch mal eine Prüfung mit Glück bestanden. Und wenn ich mir dann rückblickend anschaue wie oft ich Pech und Glück hatte, gleicht es sich dennoch wieder aus. Etwas Glück gehört immer dazu. Das Chemie-Testat war nur der Anfang einer Reihe von Prüfungen die ich nicht auf das erste Mal bestand, am Anfang war das für mich schrecklich und ich fing an, an mir selbst zu zweifeln, insbesondere in der 2. Prüfungsphase war es hart, als ich durch das Anatomieexamen fiel.

Ich habe mir so viel Mühe gegeben, ständig gelernt, nichts anderes mehr gemacht in meinem Kopf war wochenlang nichts anderes als Anatomie und dennoch hat es nicht geklappt. Und damit komm ich zu meiner zweiten Erkenntnis, entspannter zu werden. Wenn man in der Prüfungsphase ist, gibt es plötzlich nichts anderes mehr als diese Prüfung zu bestehen. Es wird für die nächsten Wochen das Wichtigste und die Vorstellung, diese Prüfung nicht zu bestehen, wird zum Horror. Was ist mir letztendlich passiert? Ich habe die Prüfung nicht geschafft und zunächst war es für mich das Schlimmste auf Erden.

Wie ich bereits erwähnt hatte, gehört manchmal auch etwas Glück dazu, dass ich in dieser Prüfung nicht wirklich hatte. Ich bin dann erstmal in den Urlaub gefahren, habe Abstand gewonnen, mir eine Pause gegönnt. In der Pause habe ich viel daran gedacht, etwas anderes zu machen und nachdem ich das schon fast beschlossen hatte, dachte ich mir es wäre ja nicht mehr so schlimm, wenn ich nochmal durchfalle dann mach ich halt was anderes. Ironischerweise hat mir gerade diese Einstellung geholfen, viel entspannter in die Prüfung zu gehen und sie somit zu bestehen. Außerdem hatte ich dieses Mal auch das Glück mit den Themen, das mir das letzte Mal gefehlt hat. Wie gesagt am Ende gleicht es sich doch alles aus.

Um mal noch kurz weg von den Prüfungen und zu der Stadt Pilsen zu kommen: Pilsen hat meiner Meinung nach, viele schöne aber auch eher weniger schöne Seiten. Am Anfang habe ich etwas gebraucht, um mich dort wirklich wohl zu fühlen und die eher weniger schönen Sachen zu ignorieren, das lag aber vermutlich auch daran, dass ich eher ungern von meiner Heimatstadt Regensburg wegwollte und somit Pilsen am Anfang wenig Chance gegeben habe. Inzwischen sehe ich Pilsen als eine kleine, gemütliche und schöne Stadt an. In der Innenstadt gibt es schöne Cafés, Restaurants und Bars. Meine Wohnung ist eher etwas außerhalb. Dort gibt es viel Natur, was ich sehr genieße.
Also mein Resümee nach einem Jahr: Das Studium ist hart, nicht immer fair und treibt mich manchmal in den Wahnsinn. Dennoch ist es ein tolles Gefühl, nach all dem Fleiß eine schwierige Prüfung bestanden zu haben und schließlich in das zweite Studienjahr zu gehen, fühlt sich an als hätte man seinen ersten Marathon geschafft. Wie bereits erwähnt, ich denke am Besten wird das Studium beschrieben durch: Hinfallen, Aufstehen, Krone Richten, Weitergehen!
Dies ist ein Beitrag von Carolin.
Carolin studiert in englischer Sprache an der Medizinischen Fakultät der Prager Karlsuniversität in Pilsen.

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Die wichtigsten Fakten zum Studium in Pilsen auf einen Blick:

Angebotene Studiengänge:
Humanmedizin

Studiengebühr Humanmedizin:
5.850 Euro/Semester*

Studienanfang:
zu jedem Wintersemester

Aufnahmetests für das Studienjahr 2020/2021:
leider noch nicht bekannt
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Wissenswertes
Viele Studentinnen und Studenten der Medizin sind anfangs vom nötigen Lernpensum überrascht und müssen hier und da Rückschläge in Kauf nehmen.
Mit der richtigen Vorbereitung und einer guten Zeiteinteilung ist aber auch im Medizinstudium ab und zu eine Party möglich, ohne dass der Erfolg darunter leidet.

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