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...und was machen die anderen so?


Nun kurz vor Weihnachten ist bereits die erste Abschlussprüfung des Semesters geschafft. Im Fach Stomatologie (griechisch stóma - der Mund) bekamen wir, die Humanmediziner, einen sorgfälltigen Einblick in die Welt der "Zahnis". Seit dem Start des Studiums hier, fragte ich mich oft, "ok was machen die anderen eigentlich so?", denn unsere Kommilitonen aus der Zahnmedizin haben schließlich die gleichen Fächer wie wir, wenn auch verkürzt, und noch ihre fachspezifischen Fächer zusätzlich.

Nun war es an der Zeit, dass auch wir einmal einen kleinen Einblick in die Zahni-Welt erhielten und dieser war wirklich interessant: Begonnen hat das Fach mit den wirklichen Basics, wie den Instrumenten der Zahnärzte, das man vom eigenen Zahnarztbesuch kennt. Von verschiedenen Scalern über Küretten bis hin zu den endlos vielen verschiedenen Extraktionszangen für jeden individuellen Zahn. Jeder kennt es bestimmt von der eigenen Zahnkontrolle, wenn der Zahnarzt der Assistentin scheinbar willkürliche Nummern diktiert, welche für die einzelnen Zähne im jeweiligen Quadranten (der Mund ist in 4 Quadranten oder Zonen aufgeteilt) stehen, und auch diese mochten gelernt werden. ...und was machen die anderen so?

Natürlich nur einen kleinen aber dennoch horizonterweiternden Einblick haben wir zusätzlich bei den häufigsten Zahnleiden, wie Parodontose oder Karies erhalten, sowie den verschiedenen Möglichkeiten von Zahnersätzen wie Brücken oder Kronen.

Da das Fach Stomatologie und nicht Zahnheilkunde hieß, beinhaltet es auch die Orthodontie, sprich die maxillofaziale Chirugie: Hierbei wurde uns klar, dieses Feld vielmehr als "nur die Zähne" zu bieten hat; denn auch im Falle von Brüchen im Gesichtsbereich, von den so genannten "Le Fort Brüchen" bis hin zu den Blow-out Frakturen, sind die Ärztinnen und Ärzte dieses Fachbereichs die Ansprechpartner. Unser Dozent betonte hierbei, dass es für diesen Fachbereich nötig sei sowohl das Studium der Human- sowie der Zahnmedizin zu absolvieren, wodurch der Mangel an Nachwuchs in der Natur des Fachbereichs liege.

"Tatortwechsel": In der Chirurgie bekamen wir in der letzten Vorlesung vor Weihnachten einen besonderen Einblick gezeigt. Der Dozent nahm uns mit in die Forschungsabteilung unserer Universität, an welcher sie an Operationen an erkrankten Schweinen, die Transplantation von Teilen wichtiger Arterien bzw. Venen (in dieser OP der inferior vena cava) üben, um so diese Verfahren bald auch bei menschlichen Operationen anwenden zu können. Zuerst bekamen wir eine kurze Einweisung zu diesem Projekt, wonach es dann direkt in den Operationssaal ging und wir mit unserem Professor in der ersten Reihen standen und wir Schritt für Schritt nicht nur verfolgen konnten, sondern auch erklärt bekamen, sowie die Komplikationen bzw. die Schwierigkeiten des Eingriffes erkennen konnten. Dies war ein schöner Ausblick über den Klinikalltag hinaus, den wir von den bisherigen Tutorien kannten.

Auch außerhalb der Universität steht die Studentenwelt nicht still und so war diesem Monat die wohl größte Medizinerparty seit Langem hier in Pilsen. In Puncto Integration und Kontakt zu unseren tschechischen Kommilitonen der beste Weg der Kommunikation natürlich. Zu Beginn meines Studium vermisste ich noch die Anschlussmöglichkeit an die tschechisch-sprachigen Studenten noch, so ist es jetzt fast selbstverständlich und zahlt sich auch im Krankenhaus positiv aus, wenn man dort auf größtenteils bereits bekannte Gesichter trifft.
Dies ist ein Beitrag von August.
August studiert in englischer Sprache an der Medizinischen Fakultät der Prager Karlsuniversität in Pilsen.

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Die wichtigsten Fakten zum Studium in Pilsen auf einen Blick:

Angebotene Studiengänge:
Humanmedizin
Zahnmedizin

Studiengebühr Humanmedizin:
5.470 Euro/Semester*

Studiengebühr Zahnmedizin:
6.200 Euro/Semester*

Studienanfang:
zu jedem Wintersemester

Aufnahmetests für das Studienjahr 2021/2022:
leider noch nicht bekannt
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Wissenswertes
Die Le Fort Frakturen, die August beschreibt, bezeichnen Frakturen im Bereich des Gesichtsschädels und werden in I bis III unterteilt.
Die Blowout-Frakturen beschreiben knöcherne Verletzungen im Bereich der hinteren oder unteren Augenhöhle, meist als Unfallfolge bei Ballsportarten.

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